Friedmann Blog

E-Commerce-SEO: Bilder in Onlineshops optimieren

SEO ist mehr als Copytext: Besonders in bildlastigen Onlineshops haben Sie mit der Suchmaschinenoptimierung Ihrer Bilder eine waschechte Chance an der Hand, einen schnellen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz herauszuarbeiten. Bilder-SEO ist nämlich oftmals das vernachlässigte Stiefkind im Kampf um die Google-Rankings. Je nach Branche kann hier ein enormes Potential schlummern.

Google & Co. können zwar (noch) nicht die Inhalte der Bilder selbst analysieren – die Informationen rund um Ihre Grafiken jedoch schon. Wir erklären Ihnen, welche Maßnahmen Sie für eine erfolgreiche Bilder-SEO beachten sollten. So haben Sie eine gute Chance auf die vordersten Plätze in Googles Bildersuche.

Bilder-SEO bietet Chancen für Onlineshops

Onlineshops haben klassischen Websites gegenüber einen ernormen Vorteil in Bezug auf ihre Inhalte: Sie sind von Haus aus meist mit hochwertigen Produktbildern ausgestattet – entweder vom Hersteller oder durch den Shopbetreiber selbst – die nur noch darauf warten, für die Suchmaschinenoptimierung korrekt aufbereitet zu werden.

In den meisten Onlineshops steht für jeden Artikel mindestens eine aussagekräftige Grafik zur Verfügung; oft sogar mehrere. Besonders bei komplexeren Artikeln ist es sinnvoll, verschiedene Blickwinkel auf das Produkt zu zeigen. Wenn Sie die Chance nutzen, den Inhalt der Produktbilder auch in Worten zu beschreiben und den Suchmaschinen zugänglich zu machen, so werden Sie schnell in der Bildersuche die vorderen Plätze belegen.

Dabei gilt es zu beachten, dass Ihre Kunden je nach Branche oder Nische vermehrt die Bildersuche von Google & Co. bemühen, um Artikel zu recherchieren. Dazu zählt beispielsweise die Modebranche, aber auch Dekoartikel, Möbel und andere Objekte, bei denen es auf’s Aussehen und nicht allein auf die technischen Spezifikationen ankommt, sind gute Kandidaten für die Bildersuchen-Optimierung.

Eine saubere Aufbereitung Ihrer Bildwelten bietet aber nicht nur Vorteile für die Suchmaschinen-Rankings: Gerade komplexe Produkte profitieren von durchdachten und hilfreichen Artikelbildern, die zusätzliche Erklärungen liefern können und somit Mehrwert bieten. Besonders in Verbindung mit Hotspot-Informationen, die direkt im Bild zusätzliche anklickbare Infos bieten, können Sie Ihre Artikelbilder so zu interaktiven Hilfe-Tools aufbereiten.

Grundsätzliches zur Bilder-SEO

Grundsätzlich sollen Sie bei der Suchmaschinenoptimierung Ihrer Bilder darauf achten, nur hochwertige Produktfotos zu optimieren. Das bedeutet zum Einen: Verzichten Sie auf die Verwendung von Stockphotos. Diese bringen Ihren Kunden keinen Mehrwert und wirken austauschbar. Zum Anderen sollten Sie dekorative Elemente Ihres Webshop-Templates aus der Bilderoptimierung ausklammern. Idealerweise sind Gestaltungselemente wie Linien, Buttons oder Verzierungen nicht als Grafikdateien umgesetzt, sondern werden durch CSS realisiert. Dies sorgt gleichzeitig für schnellere Ladezeiten, da jede Grafik Bandbreite fordert.

Als Dateiformat der Wahl bieten sich aufgrund kleiner Dateigrößen besonders JPG oder PNG an. Für Produktbilder und Fotografien haben sich besonders JPGs bewährt; für Illustrationen oder Logos sind PNGs besser geeignet. In Bezug auf die Bildgröße gilt: Groß genug, um informativ zu sein, aber klein genug, um schnelle Ladezeiten zu gewährleisten. Als Richtwert empfehlen sich mindestens 320 Pixel, maximal jedoch 1280 Pixel pro Kante. Größere Bilder sollten Sie komprimieren und mit der Funktion „Fürs Web speichern“ sichern.

Um sicherzugehen, dass Google auch alle Bilder in Ihrem Onlineshop indiziert, sollten Sie eine Bilder-Sitemap erstellen, die alle vorhandenen Grafiken auflistet. Diese können Sie in der Google Search Console (ehemals Google Webmaster Tools) hochladen, um der Suchmaschine das Crawling zu erleichtern.

Wichtige Bild-Metas für die Suchmaschinenoptimierung

Damit Google & Co. wissen, für welche Keywords Ihre Bilder in der Suche ranken sollen, können Sie Ihre Grafiken mit Meta-Informationen ausstatten. Besonders wichtig sind dabei der Dateiname und das Alt-Element. Darüber hinaus werden auch Title-Element und die Caption mit in die Bewertung einbezogen.

Beschreibende Dateinamen für Bilder

Sie sollten Ihre Produktgrafiken idealerweise beschreibend benennen. So setzen Sie automatisch die wichtigsten Keywords in den Dateinamen. Statt generischen Bezeichnung wie „Image001.jpg“ oder der Artikelnummer sollten Sie also etwas ausführlicher werden.

Dabei sollten Sie jedoch darauf achten, kein sogenanntes Keyword Stuffing zu betreiben – bleiben Sie bei der Nutzung von Stichwörtern realistisch. Zur Trennung von zwei Wörtern im Dateinamen werden übrigens Trennstriche statt Unterstriche empfohlen.

Gute beschreibende Dateinamen sind beispielsweise:

  • Dunkle-Schokolade-Mandel.jpg

  • Damenshirt-Rundhals-rot-medium.jpg

  • Holzkohle-Grill-Weber-Original-Kettle.jpg

Wenn Sie mehrere Produktbilder pro Artikel in Ihrem Shop haben, können Sie auch ganze Bilderserien benennen:

  • Gibson-SG-Standard-Cherry-Korpus.jpg

  • Gibson-SG-Standard-Cherry-Hals.jpg

  • Gibson-SG-Standard-Cherry-Kopfplatte.jpg

  • Gibson-SG-Standard-Cherry-Elektronik.jpg

Alternate Text für Bilder

In den meisten Shopsystemen können Sie direkt bei der Artikelpflege einen „Alternate Text“ für die Produktbilder vergeben. Auch wenn es verlockend ist, diesen Aufwand zu scheuen: Das Alt-Element enthält eine der wichtigsten Meta-Informationen für die Bilder-SEO.

Der ursprüngliche Sinn des Alt-Elements ist, eine textliche Beschreibung des Grafikinhalts zu liefern, wenn die Grafik aus irgendeinem Grund nicht geladen werden kann – sei es, weil sie nicht mehr vorliegt, weil der Nutzer keine Bilder laden will, oder weil die Ladezeiten zu langsam sind. Außerdem dienen sie für blinde Nutzer als Alternative zum Bild – Screenreader lesen in diesem Fall den Alt-Text vor und informieren den User, welche Grafik hier angezeigt wird.

Daher gilt: Jedes Bild in Ihrem Onlineshop sollte ein sinnvoll befülltes Alt-Element haben. So geben Sie den Suchmaschinen wichtige Informationen und tragen gleichzeitig zur Barrierefreiheit Ihres Shops bei.

Gute beschreibende Alt-Elemente sind beispielsweise:

  • Tafel dunkle Schokolade mit ganzen Mandeln auf Silberpapier

  • Rotes Damenshirt mit Rundhalsausschnitt in Größe M vor weißem Hintergrund

  • Holzkohlegrill von Weber, Modell „Original Kettle“ auf einer Terrasse

Title-Attribut für Bilder

Im letzten Artikel E-Commerce-SEO: Metadaten optimieren haben wir bereits einen Blick auf das Title-Element für Webpages geworfen und erklärt, wie wichtig es für die Suchmaschinenoptimierung ist. Title-Attribute können jedoch nicht nur für gesamte HTML-Dokumente, sondern auch für einzelne Elemente innerhalb der Seite vergeben werden – auch für Grafiken.

Im Gegensatz zum Alt-Element wird der Title nicht für Screenreader ausgelesen und wird auch nicht angezeigt, falls die Grafik nicht geladen wird. Stattdessen zeigen die meisten Browser den Bild-Titel als Tooltip an, wenn der Nutzer mit der Maus über die Grafik hovert.

Das Title-Attribut ist weniger wichtig als der Alternate Text für ein Bild. Wenn Sie jedoch ohnehin dabei sind, Ihre Bilder zu optimieren, können Sie den Bild-Titel im gleichen Atemzug einfach mit befüllen.

Beschreibende Caption für Bilder

Eine Caption ist ein weiterer Text, der in unmittelbarer Bildnähe angezeigt wird – meist in Form eines Untertitels direkt unterhalb der Grafik. Sie beschreibt idealerweise das Bild oder gibt zusätzliche, erläuternde Informationen. Nutzer, die Ihre Website nur schnell und oberflächlich scannen werden voraussichtlich in erster Linie Überschriften und Grafiken mit ihren Bild-Captions wahrnehmen.

Google wertet Text, der in Bildnähe erscheint ebenfalls mit aus, um zu bestimmen, welche Inhalte in der Grafik angezeigt werden. Daher kann es sinnvoll sein, Bilder mit Untertiteln zu versehen, um diese näher zu erläutern. Ob und in welcher Form Sie Captions verwenden, sollten Sie aber auch von Ihrem verwendeten Template und der Darstellung dieser Zusatzinformationen abhängig machen.

Im nächsten Artikel unserer Reihe zu E-Commerce-SEO wird es technischer: Wir erklären Ihnen, was es mit Ladezeiten und PageSpeed, HTTPS und mobiler Optimierung, Canonical Tags und RichSnippets auf sich hat, und welchen Einfluss eine technische Verbesserung auf Ihre Suchmaschinen-Positionen hat.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.