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E-Commerce-SEO: Nicht verfügbare Artikel richtig behandeln

Im Gegensatz zu statischen Websites oder Portalen im Magazin-Stil haben Onlineshops im Hinblick auf die Indizierung ihrer Inhalte mit einem zusätzlichen Problem zu kämpfen: Wie geht man mit obsoleten Seiten für nicht mehr verfügbare Artikel um? Wenn Produkte nicht mehr auf Lager sind oder sogar aus dem Sortiment genommen wurden, will man diese nicht einfach deaktivieren – schließlich können die entsprechenden Artikelseiten unter Umständen gut ranken und viele Besucher in den Shop bringen.

Wir stellen Möglichkeiten vor, mit nicht mehr verfügbaren Artikeln umzugehen und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre mühsam erarbeiteten Rankings erhalten können.

Artikel nicht mehr verfügbar – zahlreiche Gründe

Ein Onlineshop ist ein nahezu organisches Gebilde. Sein Aussehen und seine Inhalte ändern sich stetig. Ob neue Rabattaktionen, saisonale Events oder eine Sortimentsumstellung: Kaum ein Tag vergeht, in dem sich in Ihrem Shop nicht etwas tut.

Grundsätzlich sind lebendige Websites bei Google & Co. gern gesehen. Veränderung und neue Inhalte bedeuten im Web, dass der Websitebetreiber tatsächlich Energie in seinen Internetauftritt steckt und sicherstellt, dass seine Besucher immer aktuelle Informationen zur Verfügung gestellt bekommen. Das wird durch verbesserte Rankings belohnt.

Doch ein stetig wechselnder Aufbau von Inhalten hat auch seine Schattenseiten. Besonders wenn Content verloren geht, sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Rankings nicht mit von der Bildfläche verschwinden. In Onlineshops ist der Umgang mit nicht mehr verfügbaren Artikeln daher kritisch. Schließlich gibt es zahlreiche Gründe, weshalb ein ehemals gut rankendes Produkt plötzlich nicht mehr bestellbar sein kann:

  • Nicht auf Lager: Wenn ein Artikel den Lagerbestand Null erreicht hat, ist er zumindest zeitweise nicht mehr verfügbar. Die meisten Shopsysteme listen Out-of-Stock-Artikel aber dennoch weiterhin im Sortiment auf – und das ist auch gut so!
  • Veralteter Artikel: Wenn eine neue und verbesserte Version eines Artikels auf den Markt kommt, kann es sein, dass Sie seinen Vorgänger nicht mehr anbieten möchten und ihn daher aus dem Sortiment nehmen wollen.
  • Artikel wird nicht mehr hergestellt: Auch beliebten Artikeln kann das Aus drohen, weil sie nicht mehr hergestellt werden – sei es, weil der Hersteller einen anderen Kurs einschlägt, oder sogar weil er Konkurs anmelden muss und sich niemand findet, der den Artikel weiterhin produzieren kann.
  • Sortimentsumstellung: Wenn sich Ihr Geschäftsfokus ändert, kann es sein, dass Sie Artikel ersatzlos aus dem Sortiment entfernen – beispielsweise, um eine schärfere Profilbildung Ihrer Marke zu erreichen.
  • Schlechte Qualität: Auch Artikel mit minderer Qualität können ironischerweise bei Google gut ranken. Wenn Sie Wert auf ein durchweg hochwertiges Sortiment legen, kann es sein, dass Sie die Entscheidung treffen, auch Artikel mit guten Rankings nicht mehr anzubieten.
  • Keine Saison: Einige Artikel sind eindeutig Saisonware und befinden sich nur zu bestimmten Jahreszeiten oder Events bei Ihnen auf Lager. Natürlich wollen Sie nicht jedes Jahr erneut um die Suchmaschinen-Rankings kämpfen.

Je nach Art des „toten Artikels“ sollten Sie unterschiedliche Maßnahmen treffen, wie Sie trotzdem das Beste aus den bisher bestehenden Rankings herausholen. Dazu empfehlen wir eine von drei Möglichkeiten:

  • Produktseite bestehen lassen
  • 301-Weiterleitungen einrichten
  • Produktseite zu Wegweiser-Seite umgestalten

Produktseite bestehen lassen

Bei Artikeln, die nur zeitweise nicht verfügbar sind, sollten Sie in jedem Fall die Produktseite bestehen lassen. Das gilt beispielsweise für Produkte, bei denen Sie gerade auf die Lieferung waren, oder bei denen Lieferengpässe bestehen. Auch Saisonartikel können Sie manuell auf Null setzen und somit weiterhin im Sortiment behalten.

Die meisten Shopsysteme deaktivieren automatisch den „In den Warenkorb“-Button, wenn ein Artikel den Lagerbestand Null erreicht. Das ist für den Kunden leicht verständlich. Oftmals ist es möglich, den Artikel in diesem Fall auf eine Merkliste zu setzen.

Sie können Ihren Kunden auch optional eine Benachrichtigung anbieten, mit denen sie sich per E-Mail darüber informieren lassen können, wenn der Artikel wieder vorrätig ist. So sichern Sie sich zusätzliche Konversionen.

301-Weiterleitungen einrichten

Artikel, bei denen Sie wissen, dass diese voraussichtlich nicht ins Sortiment zurückkehren werden, sollten Sie anders behandeln. Hier würden Sie Ihre Kunden in die Irre führen, wenn Sie suggerieren, dass der Artikel bald wieder auf Lager ist. Außerdem ist es möglich, dass Ihnen so Verkäufe entgehen, da Ihre Kunden lieber auf das „Original“ warten als sich nach alternativen Produkten umzusehen.

Sie sollten den Artikel allerdings in keinem Fall ersatzlos löschen. In diesem Falle würde nicht nur der Artikel, sondern auch die zugehörige URL verschwinden – und diese ist bei Google & Co. indiziert und beschert Ihnen schöne Rankings.

Stattdessen sollten Sie für alle Artikel, die Sie aus dem Sortiment nehmen, 301-Weiterleitungen einrichten, wenn Sie diese deaktivieren. Das können Sie beispielsweise über die .htaccess bewerkstelligen. Leiten Sie die alte URL auf eine neue, von Ihnen gewählte URL um. Idealerweise handelt es sich dabei nicht um Ihre Startseite oder eine allgemeine Kategorie, sondern um einen möglichst nah verwandten Artikel. So übertragen Sie einen Großteil Ihrer bisherigen Bewertung auf die neue Seite.

Achten Sie auch darauf, als Weiterleitungstyp 301 (moved permanently) anstelle von 302 (moved temporarily) anzugeben, um die Suchmaschinen darüber zu informieren, dass der Umzug von dauerhafter Natur ist. Langfristig werden so die alten URLs aus dem Suchmaschinen-Index gelöscht, nachdem die Rankings auf die neue URL umgezogen sind.

Produktseite zu Wegweiser-Seite umgestalten

Für besonders gut rankende Seiten mit Top-Positionen können Sie auch etwas mehr Aufwand betreiben, um die Absprungraten zu minimieren und Ihre Konversionsraten zu optimieren: Verwandeln Sie Ihre ehemalige Produktseite in eine Wegweiser-Seite.

Besonders wenn bekannte oder erfolgreiche Artikel nicht mehr verfügbar sind, wollen Sie Ihre Besucher dennoch kontextgerecht empfangen. Es wäre für den Nutzer verwirrend, einfach kommentarlos auf einen Artikel mit einem anderen Namen weitergeleitet zu werden.

Stattdessen sollten Sie unter der bisherigen URL eine Wegweiser-Seite einrichten, auf der Sie erklären, dass der gesuchte Artikel nicht mehr im Sortiment ist und die Gründe auflisten, weshalb dies der Fall ist. Anschließend stellen Sie Alternativen für den vom Nutzer gesuchten Artikel vor – natürlich unter Angabe der Vorzüge gegenüber dem Originalprodukt. So verbinden Sie Ihre Suchmaschinenoptimierung sogar mit einer Beratungsleistung. Ihre Rankings bleiben erhalten, Ihre Nutzer werden gut abgeholt und weitergeleitet, und idealerweise betreiben Sie sogar Up-Selling für den eigentlich gesuchten Artikel.

 

Im kommenden und letzten Artikel unserer Reihe zur Suchmaschinenoptimierung für Onlineshops geben wir Ihnen weiterführende Tipps, wie Sie nicht nur Onpage, sondern auch Offpage Verbesserungen für Ihre Rankings erzielen können.

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