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E-Commerce-SEO: Technische Optimierung

Während Sie Content-Optimierung und die Verbesserung Ihrer Bild- und Metadaten mit viel Fleiß auch selbst in die Hand nehmen können, sollten Sie bei der technischen SEO nach Möglichkeit einen erfahrenen IT-Experten zurate ziehen. Gleichzeitig sollten Sie verstehen, warum bestimmte technische Maßnahmen notwendig sein können, um Ihren Onlineshop für Suchmaschinen attraktiver zu machen.

Wir erklären Ihnen, was es mit HTTPS und Sicherheit, Ladezeiten und Page Speed sowie Duplicate Content und Rich Snippets auf sich hat, und welchen Einfluss eine technische Verbesserung Ihres Onlineshops auf Ihre Suchmaschinen-Positionen hat.

Onlineshop-Sicherheit optimieren

Die wichtigste technische Optimierung für die Suchmaschinenoptimierung gehört im E-Commerce heutzutage zum Standard: Nutzen Sie seitenweit in Ihrem gesamten Onlineshop das sichere HTTPS-Protokoll.

Als Onlinehändler verwalten Sie zahlreiche private personenbezogene Daten Ihrer Kunden: Namen, Passwörter, Adressen, Telefonnummern, Zahlungsinformationen, und mehr. Als verantwortungsbewusster Websitebetreiber sind Sie in der Pflicht, mit diesen Daten sorgsam umzugehen. Die Verwendung von HTTPS ist ein erster wichtiger Schritt, mit der Sie die Sicherheit Ihrer Kundendaten gewährleisten können.

HTTPS steht für Secure HyperText Transfer Protocol und entspricht weitgehend dem HTTP-Protokoll (Hypertext Transfer Protocol). Allerdings fügt HTTPS eine weitere Sicherheitsschicht hinzu, indem SSL (Secure Socket Layers) verwendet wird, um Daten zu übetragen. Das hilft dabei, Kompromittierung zu verhindern und die Daten verschlüsselt zu halten.

Auch Google ist bewusst, wie wichtig Datenschutz ist. Daher ist die Verwendung von HTTPS seit 2014 ein wichtiger Rankingfaktor für die Suchmaschinenoptimierung. Wenn Sie HTTPS nicht verwenden, wird Ihre Seite abgestraft. HTTPS ist daher Pflicht für jeden Onlineshop – Sie sind es Ihren Kunden schuldig.

Onlineshop-Geschwindigkeit optimieren

Dass Websites angemessen schnell sein müssen, ist allgemein bekannt: Ladezeiten zwischen 1,5 und 3 Sekunden gelten als wünschenswert. Eine Seite, die länger als 3 Sekunden lädt, wird von Ihren Besuchern als langsam empfunden. Und was Besuchern nicht gefällt, wird von Google ebenfalls nicht gern gesehen: Langsame Webpräsenzen werden zum einen seltener von den Suchmaschinen-Crawlern besucht, zum anderen ist die Website-Geschwindigkeit auch ein knallharter Rankingfaktor.

Einschränkend ist dabei anzumerken, dass Content und Relevanz deutlich wichtiger sind als die Ladezeit Ihrer Website. Richtig gute Inhalte können daher auch auf langsamen Websites gut ranken. Aber warum sollten Sie sich das Leben schwer machen? Page Speed und Ranking hängen zusammen und sind besonders für die mobile Optimierung ein wichtiger Faktor. Das ist verständlich, denn Smartphone-Nutzer haben unterwegs ggfs. nur begrenztes Volumen zur Verfügung und haben nicht immer die beste Netzabdeckung. In solchen Situationen sind mobil optimierte Websites, die wenig Bandbreite beim Laden benötigen, gern gesehen.

Um die Ladezeiten Ihres Onlineshops zu optimieren, können Sie eine ganze Reihe an Maßnahmen ergreifen. Die meisten zielen darauf ab, die zu ladenden Inhalte möglichst kompakt und überschaubar zu halten. Folgende Möglichkeiten gibt es, den Content Ihrer Website zu komprimieren:

  • Grafiken optimieren: Achten Sie auf die Größe Ihrer Produktbilder und sichern Sie diese nach Möglichkeit mit der Option „Für das Web speichern“. So erhalten Sie eine ausgewogene Mischung aus Qualität und geringer Dateigröße. Komprimieren Sie Bilddateien und ziehen Sie außerdem in Erwägung, weniger Bilder zu verwenden – diese sollten dann allerdings besonders hochwertig sein

  • Quellcode optimieren: Sowohl HTML und CSS als auch JavaScript lassen sich komprimieren. So können Sie das Datenvolumen reduzieren und Download- und Parse-Zeiten für die Nutzer verringern.

  • Nutzlose Elemente entfernen: Besonders bei alten Websites finden sich oft noch Relikte im Code, die nicht mehr genutzt werden. Hier kann ein „Frühjahrsputz“ sinnvoll sein.

  • Browser Cache unterstützen: Bei statischen Inhalten können Sie im HTTP-Header einstellen, dass der Browser des Nutzers die gecachten Inhalte nutzen und nicht jedes Mal neu aus dem Web laden soll. Das kann insbesondere für Produktbilder sinnvoll sein, die viel Bandbreite beanspruchen.

Mit dem PageSpeed Tool von Google können Sie genauer unter die Lupe nehmen, welche Komponenten die Ladegeschwindigkeit Ihres Onlineshops beeinträchtigen.

Onlineshop-Inhalte technisch optimieren

In den vergangenen Beiträgen haben wir erklärt, wie Sie Ihren Content inhaltlich für die Suchmaschine aufbereiten. Doch auch aus technischer Sicht können Sie Ihren Produkt- und Kategorieseiten unter die Arme greifen – durch sorgsame Weiterleitungen, die Verwendung von Canonical Tags bei Duplicate Content und die Implementierung von Rich Snippets.

Suchmaschinenfreundliche Weiterleitungen

In jedem Onlineshop gibt es indizierte Seiten, die nicht mehr existieren – sei es, weil die entsprechenden Inhalte nicht mehr relevant sind und gelöscht wurden, weil eine Rabattaktion ausgelaufen ist, oder weil die Seite auf eine andere URL umgezogen ist (z.B. im Rahmen einer Suchmaschinenoptimierung).

Alle im Google-Index gelisteten Seiten sind aber wertvoll für Sie als Shopbetreiber, da diese über die Suchmaschine auffindbar sind. Klickt ein Nutzer jedoch auf das entsprechende Suchergebnis, landet er in Ihrem Shop auf einer 404-Seite: „Not found“. Das ist nicht wünschenswert und führt zu hohen Absprungraten.

Mittels Weiterleitungen können Sie Google & Co. anweisen, dass die entsprechend Seite permanent umgezogen ist. Die bereits gesammelten Rankings werden so an die neue Adresse weitergegeben, und Besucher werden direkt auf den richtigen Content weitergeleitet. Langfristig wird der Google-Index ebenfalls aktualisiert und die „tote“ Seite wird aus dem Index entfernt. Ihre Wertigkeit bleibt jedoch erhalten.

Die Weiterleitungen sollten Sie sorgfältig pflegen – entweder über das CMS oder mittels htaccess, wenn Sie besonders viele Weiterleitungen verwalten müssen. Über die Google Search Console können Sie sich einen Überblick über Ihre 404-Seiten verschaffen. Nutzen Sie als Weiterleitungstyp auf jeden Fall 301 („Moved permanently“) und nicht 302 („Moved temporarily“), um den Wert Ihrer Seite ebenfalls umzuziehen und nicht zu verlieren.

Duplicate Content verwalten

Ebenso wie 404-Seiten sollten Sie auch doppelte Inhalte bzw. Duplicate Content vermeiden. Idealerweise stellen Sie sicher, dass jede Ihrer Unterseiten einzigartige Texte, Seitentitel und Meta Descriptions besitzt.

Google versteht jede einzigartige URL als separaten Inhalt – selbst wenn es sich um dasselbe Produkt handelt. Diese Problematik kann auf allgemeiner Ebene auftreten, beispielsweise wenn Ihre Website sowohl mit „www“ als auch ohne „www“ aufrufbar ist, oder wenn Sie sowohl HTTP als auch HTTPS verwenden. In diesem Fall wird jede einzelne Ihrer Unterseiten als doppelter Content angesehen. Die Lösung ist jedoch simpel: Richten Sie globale Weiterleitungen ein, die immer auf die WWW-Version verweisen und erzwingen Sie HTTPS. So ist die HTTPS-WWW-Version die einzig valide Möglichkeit, Ihre Website zu besuchen. Alle anderen Besuche werden dorthin weitergeleitet.

Je nach Websitestruktur und verwendetem CMS werden jedoch auch an anderer Stelle doppelte Inhalte generiert: Beispielsweise wenn ein Artikel in mehreren Produktkategorien vorhanden ist und für jede Kategorie eine eigene URL angelegt wird. Ein und derselbe Artikel sind dann ggfs. unter mehreren URLs aufrufbar. Die Problematik kann auch bei Variantenartikeln auftreten, wenn für jede Variante eine eigene Adresse generiert wird.

Auch hier gibt es eine Lösung: Das Canonical-Tag ermöglicht es Ihnen, zu definieren, bei welcher URL es sich um die Originalversion des Artikels handelt. Google ignoriert alle anderen URLs und beachtet für die Indizierung nur die Canonical-Seite. Bei der Implementierung ist jedoch Vorsicht geboten, da Sie mit dem Canonical-Tag ein mächtiges Werkzeug in der Hand halten, das tiefgreifende Veränderungen bzgl. der Seitenindizierung hervorrufen kann. Verwenden Sie das Tag also mit Bedacht und unter Zuhilfenahme eines Experten.

Rich Snippets verwenden

Mit den Rich Snippets von Google können Sie die Sichtbarkeit Ihrer Produkte direkt in den Suchergebnissen finetunen und damit die Durchklickraten auf Ihren Onlineshop erhöhen. Sie sind einfach zu implementieren und daher ein besonders attraktiver Kandidat für die Suchmaschinenoptimierung.

Rich Snippets sind eine Annotierungsmöglichkeit für strukturierte Daten, die in den HTML-Code eingefügt werden. Mit ihnen teilen Sie der Suchmaschine weitere Informationen über Ihre Inhalte mit. Im Gegenzug stellen Google & Co. diese Informationen anschließend sinnvoll aufbereitet in den Suchergebnissen dar. So versorgen Sie Interessenten mit weiterführenden Informationen, noch bevor diese Ihre Website besucht haben.

Rich Snippets haben keinen direkten Einfluss auf die Positionierung der Rankings. Indirekt haben sie jedoch dennoch Relevanz: Sie sorgen für höhere Durchklickraten auf Ihren Onlineshop – und verbessern somit langfristig auch Ihre Positionierung in den Suchergebnissen.

Es gibt zahlreiche Arten von Informationen, die mit Rich Snippets annotiert werden können – von Seitenautor und Unternehmensinformationen über Menschen, Produkte und Rezepte bis hin zu Reviews und Videos. Seit 2011 werden sie von der Organisation Schema.org unter dem Namen Schema Markups gesammelt und strukturiert.

Folgende Schema Markups sind für Onlineshop-Betreiber zur Implementierung besonders interessant:

Übrigens: Mit Googles Structured Data Testing Tool können Sie schnell herausfinden, ob Rich Snippets mit Schema.org Markups in Ihrem Shopsystem bereitgestellt werden. Bei zahlreichen E-Commerce-Systemen, wie beispielsweise Shopware, ist dies im Standard bereits der Fall.

Im nächsten Artikel zur Suchmaschinenoptimierung Ihres Onlineshops diskutieren wir, wie Sie am sinnvollsten mit nicht mehr verfügbaren Artikeln umgehen, um Ihre Rankings nicht zu gefährden.

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