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Lokales Marketing – eine Strategie für regionale Unternehmen

Onlinehändler betreiben Onlinemarketing, regionale Vorortdienstleister betreiben klassisches Marketing. Richtig? – Falsch! Warum lokales Marketing nicht nur offline, sondern auch online immer wichtiger wird, und was die elementaren Schritte für eine regionale Onlinemarketing-Strategie sind, fassen wir Ihnen im Folgenden zusammen.

Regionaler Markt im Wandel

Eigentlich sollte man meinen, dass ein regionaler Dienstleister sich nicht um die schöne neue Onlinewelt scheren muss. Als Klempner, Zahnarzt oder Naturheilpraktiker hat man schließlich im Gegensatz zum Einzelhandel den Vorteil, dass man nicht mit boomenden eCommerce-Unternehmen wettstreiten muss. Denn schließlich erbringt man seine Dienstleistung direkt vor Ort. Selbst wenn der Mitbewerber am anderen Ende des Landes auf potentielle Kunden überzeugender wirken würde – er ist kein Konkurrent, da er einfach zu weit entfernt ist.

Und doch: Es fühlt sich an, als würde der Markt schrumpfen. Der Preisdruck steigt stetig, und größere Unternehmen verdrängen die KMUs. Lokale Unternehmer, Selbständige und Freiberufler müssen darum kämpfen, gesehen und gehört zu werden.

Es ist schwerer als bisher, von der Zielgruppe gefunden zu werden.

Denn die Suchgewohnheiten der Zielgruppe haben sich mit der Allgegenwärtigkeit des Internets verändert, und davor können auch regionale Dienstleister nicht die Augen verschließen. Die klassischen Marketingstrategien reichen nicht mehr aus. Die Kommunikation ändert sich.

Klassisches Marketing für regionale Unternehmen

Früher war es ganz klar, wie ein lokal agierender Dienstleister Bekanntheit schafft: Mit Eintragungen in Branchenbüchern wird man von recherchefreudigen Neukunden gefunden. Mit Anzeigenschaltungen in der Regionalzeitung oder im örtlichen Käseblättchen sorgt man für eine stetige Präsenz und Bekanntheit der eigenen Marke. Mit Radiospots erreicht man diejenigen, die keine Zeitung lesen – oder zementiert die Botschaft noch weiter.

Der Vorteil: Man weiß, was man tut. Schließlich funktionieren diese Maßnahmen seit Jahrzehnten. Der Nachteil: Messbarkeit ist nicht möglich. Man vertraut darauf, dass die Zielgruppe beim Blättern durch die Zeitung die eigene Anzeige wahrnimmt. Aber wie viele Menschen wirklich einen Blick darauf geworfen haben – oder ob sie das Käseblättchen ungelesen ins Altpapier geworfen haben – ist nie sicher.

Und nun kommen auch noch die Veränderungen, die aus den digitalen Welten herüberschwappen, bei regional agierenden Unternehmen an. Denn immer mehr Menschen sind auf den klassischen Kanälen gar nicht mehr zu erreichen. Ja, früher schaute man ins Branchenbuch, wenn man einen Schreiner suchte. Heute? Der erste Weg führt meist zu Google.

Natürlich ist das Suchverhalten generationsabhängig. Ein Digital Native wird eher die Suchmaschine auf seinem Smartphone nutzen, während sein Vater vielleicht noch zu den gedruckten Gelben Seiten, die im Regal liegen, greift. Aber es ist auch typabhängig. Immer mehr Senioren und Best Ager („Silver Surfer“) sind ebenfalls mit Tablet und Smartphone unterwegs. Im Gegensatz dazu verschließen sich auch junge Leute bewusst den neuen Technologien. Aber:

Der Trend geht hin zur Online-Suche, auch für Offline-Anliegen.

Wer dies als Chance begreift, der kann einen enormen Nutzen daraus ziehen. Besonders als regionaler Dienstleister.

Regionales Onlinemarketing und das Pareto-Prinzip

Glücklicherweise können wir uns für das regionale Onlinemarketing das Pareto-Prinzip zunutze machen. Es besagt:

80 % der Ergebnisse können in 20 % der Gesamtzeit eines Projekts erreicht werden.

Übersetzt auf das Thema regionales Onlinemarketing bedeutet das: Schon ein kleines bisschen Aufwand kann eine große Wirkung erzielen. Der Grund dafür: Das Thema steckt gerade erst in den Startlöchern. Viele regionale Dienstleister beginnen gerade erst, die Onlinewelten zu erobern. Der Markt ist vorhanden, die Lösungen sind vorhanden. Aber das Potential ist bisher erst auf der Oberfläche abgeschöpft.

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um ins regionale Onlinemarketing einzusteigen.

Ganz wichtig: Die Zielgruppe ist bereit dafür, lokale Angebote auch online zu erhalten. Die Menschen haben bereits ihre Gewohnheiten verändert. Man erwartet, online Informationen zu regionalen Themen zu finden. Immer mehr lokale Dienstleister erkennen das.

Wer jetzt beginnt, legt einen guten Grundstein für eine optimale Auffindbarkeit im Internet auch in der Zukunft. Es lohnt sich, in der schnelllebigen Onlinewelt eine Historie und eine Reputation aufzubauen.

Bausteine für eine regionale Marketingstrategie im Internet

Schön und gut, regionales Marketing im Internet wird immer wichtiger und ist mit überschaubarem Kraftaufwand zu erreichen – aber was steckt eigentlich hinter dem Begriff? Für eine lokale Onlinemarketingstrategie gibt es verschiedene Bausteine. Ein Überblick:

  • Die eigene Website: Hier werden alle Informationen gebündelt. Alle Maßnahmen aus anderen Kanälen verweisen auf die Website. So können aktuelle Informationen an zentraler Stelle und – fast noch wichtiger – auf der eigenen Plattform kommuniziert werden. Wichtig sind hier sowohl der regionale Bezug in Content und Meta-Tags sowie die Integration von Kartenausschnitten und natürlich eine mobile Optimierung der Website. Schließlich werden immer mehr Suchanfragen von unterwegs am Smartphone getätigt. Da ist Responsive Design Pflicht.
  • Google+ Local: Der Suchmaschinenriese kombiniert soziales Netzwerk und Branchenbucheintrag zu einem übergreifenden Firmenprofil. Die Vorteile liegen auf der Hand: Immens verbesserte Auffindbarkeit in der lokalen Suchergebnissen, die mit „gewöhnlichen“ SEO-Maßnahmen kaum zu erreichen wären und ein angeschlossenes soziales Netzwerk, das neben Facebook und Twitter wohl zu den Wichtigsten weltweit gehört.
  • Aufbau von Local Citations: Was Backlinks für die klassische SEO sind, sind Local Citations für das regionale Onlinemarketing. Es sind Einträge in Online-Branchenbüchern. Die Auswahl der geeigneten Verzeichnisse ist nicht unaufwendig: Zahlreiche regionale und überregionale Anbieter, branchenübergreifend und branchenspezifisch, müssen recherchiert, erfasst und verwaltet werden. Doch die Mühe lohnt sich, denn Local Citations werden von den Suchmaschinen als Rankingfaktor mit einbezogen. Und nebenbei spülen die als Backlinks noch echten Traffic auf die Unternehmenswebsite.

Alle oben genannten Maßnahmen dienen nicht nur sich selbst. Sie sind auch elementare Bestandteile für eine regionale Suchmaschinenoptimeriung (Local SEO). Ortsbezogene Meta-Tags auf der eigenen Website, ein gut gepflegter Google+ Local-Kanal und zahlreiche Local Citations sorgen dafür, dass Ihre Inhalte bei entsprechenden Suchanfragen besser gefunden werden. Und darauf kommt es schließlich im Dschungel der Angebote an!

Natürlich lässt sich eine regionale Marketingstrategie im Internet beliebig erweitern. Mit Targeted Advertising, Präsenzen in Social Networks, Blogs, Newslettern und vielen anderen Maßnahmen lässt sich die Kommunikationsreichweite weiter ausbauen. Welche davon für ein regional agierendes Unternehmen die richtigen sind, sollte strategisch entschieden werden. Hierbei ist oft auch ein Blick von außen sinnvoll. Idealerweise lassen Sie sich als regionales Unternehmen von einem Experten begleiten. So holen Sie gegenüber dem Mitbewerb den besten Vorsprung raus – online und offline.

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